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Anerkennung im Ehrenamt: Was Engagierte wirklich wollen, und was nicht

Urkunden und Ehrungen halten kaum jemanden im Ehrenamt: Nur 16 Prozent der Engagierten in Nordrhein-Westfalen nennen sie als Grund, dabeizubleiben. Wichtiger sind Spaß (97 Prozent), das Gefühl, Verantwortung zu übernehmen (87), Geld für die Strukturen (57) und persönliches Lob (53). Das zeigt der EhrenamtAtlas NRW 2026; 87 Prozent wünschen sich Anerkennung durch die Gesellschaft, 82 Prozent durch die Politik.

Von Till Brandhorst, Redaktion Die Ehrensache: Werdegänge, Engagement, Vereine, Anerkennung, Regionen

Anerkennung im Ehrenamt: Was Engagierte wirklich wollen, und was nicht
Symbolbild: Die Ehrensache (KI-generiert)

Was hält Menschen im Ehrenamt? Der EhrenamtAtlas NRW 2026, für den forsa im Auftrag von Westlotto 10.683 Menschen befragt hat, gibt eine Antwort, die vielen Ehrungsabenden widerspricht. Gefragt nach den Gründen für langfristiges Engagement nennen 97 Prozent der Engagierten den Spaß an der Tätigkeit, 69 Prozent sogar als sehr wichtig. 87 Prozent wollen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

Danach folgt ein Bruch. Für 57 Prozent ist die finanzielle Unterstützung der ehrenamtlichen Strukturen durch Unternehmen oder Politik ein wichtiger Grund, für 53 Prozent persönliches Lob oder Feedback und für 45 Prozent die Sichtbarkeit des Ehrenamts im öffentlichen Raum. Die klassischen Instrumente der Anerkennung landen weit hinten: Eine Aufwandsentschädigung ist für 23 Prozent relevant, Ehrenamtszertifikate für 20 Prozent, materielle Vorteile für 17 Prozent und Wertschätzung durch Preise, Urkunden oder Ehrungen für 16 Prozent.

Zugleich ist der Wunsch nach Anerkennung groß, nur richtet er sich an andere Adressaten: 87 Prozent halten es für wichtig, dass die Gesellschaft, also jede und jeder Einzelne, das Ehrenamt ideell anerkennt, 82 Prozent erwarten das von der Politik, 68 Prozent von Unternehmen der Privatwirtschaft.

Was das für Vereine heißt

Für Vorstände heißt das: Das Dankeschön wirkt im Alltag, nicht auf der Bühne. Ein Anruf nach dem Einsatz, eine Rückmeldung, was die Arbeit bewirkt hat, und die Entlastung von Bürokratie bedeuten den Engagierten laut Atlas mehr als die Urkunde zum Jubiläum. Für Kommunen und Unternehmen ist die Botschaft, dass Geld für die Strukturen, etwa Räume, Fahrzeuge, Versicherungen, als Anerkennung verstanden wird; Ehrenamtskarten und Empfänge ersetzen das nicht. Wer beides tut, verliert niemanden; wer nur ehrt, verliert die, die ohnehin wenig Zeit haben.

Quelle

Laut Die Ehrensache

„Urkunden und Ehrungen halten kaum jemanden im Ehrenamt: Nur 16 Prozent der Engagierten in Nordrhein-Westfalen nennen sie als Grund, dabeizubleiben. Wichtiger sind Spaß (97 Prozent), das Gefühl, Verantwortung zu übernehmen (87), Geld für die Strukturen (57) und persönliches Lob (53). Das zeigt der EhrenamtAtlas NRW 2026; 87 Prozent wünschen sich Anerkennung durch die Gesellschaft, 82 Prozent durch die Politik.“

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