Vereine & StiftungenMeldung

EhrenamtAtlas NRW 2026: 53 Prozent engagiert, Olpe vorn, Bürokratie für jeden Zweiten eine Hürde

Mehr als jeder Zweite in Nordrhein-Westfalen engagiert sich ehrenamtlich: 53 Prozent, so der EhrenamtAtlas NRW 2026, für den forsa 10.683 Menschen in allen 53 Kreisen befragt hat. Vorn liegen der Kreis Olpe mit 68 Prozent und Höxter mit 67 Prozent; in kleinen Gemeinden ist die Quote deutlich höher als in den Großstädten. Größte Sorge der Engagierten: zu wenige Mitstreiter, zu wenig Geld, zu viel Bürokratie.

Von Till Brandhorst, Redaktion Die Ehrensache: Werdegänge, Engagement, Vereine, Anerkennung, Regionen

EhrenamtAtlas NRW 2026: 53 Prozent engagiert, Olpe vorn, Bürokratie für jeden Zweiten eine Hürde
Symbolbild: Die Ehrensache (KI-generiert)

Der EhrenamtAtlas NRW 2026 liegt vor. Im Auftrag von Westlotto hat forsa zwischen dem 16. Januar und dem 6. Februar 2026 insgesamt 10.683 Menschen ab 18 Jahren befragt, mindestens 200 in jedem der 53 Kreise und kreisfreien Städte. Ergebnis: 53 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen engagieren sich derzeit ehrenamtlich, etwas mehr als 2022 (50 Prozent) und ebenso viele wie 2024 (54 Prozent).

Die Rangliste führt der Kreis Olpe mit 68 Prozent an, vor Höxter (67), dem Hochsauerlandkreis (66), Münster und Siegen-Wittgenstein (je 65) sowie Coesfeld und dem Ennepe-Ruhr-Kreis (je 64). Die Ortsgröße macht den Unterschied: In Gemeinden unter 20.000 Einwohnern engagieren sich 63 Prozent, in Städten ab 500.000 Einwohnern 49 Prozent. Menschen über 60 sind mit 56 Prozent häufiger aktiv als die 18- bis 29-Jährigen mit 46 Prozent.

Die Engagierten wenden im Schnitt gut vier Stunden pro Woche auf; 21 Prozent mehr als sechs Stunden. 81 Prozent erhalten dafür kein Geld. Als wichtigsten Grund nennen 97 Prozent den Spaß an der Tätigkeit, 87 Prozent wollen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Die größte Herausforderung ist für 64 Prozent die zu geringe Zahl an Mitstreitern oder deren knappe Zeit; 52 Prozent fehlt Geld für Verbesserungen und Ideen, 50 Prozent die eigene Zeit, und 48 Prozent nennen zu viel Bürokratie, etwa bei Förderanträgen. Unter den Nicht-Engagierten können sich 80 Prozent ein Ehrenamt grundsätzlich vorstellen.

Was das für Vereine heißt

Die Reserve ist da: Vier von fünf Nicht-Engagierten schließen ein Ehrenamt nicht aus. Vereine, die Nachwuchs suchen, sollten die Hürden abbauen, die der Atlas benennt, also Aufgaben mit festem Zeitrahmen anbieten, die Bürokratie bei Vorstand und Kasse auf wenige Schultern bündeln und den Spaß an der Sache in den Vordergrund stellen statt die Pflicht. Die Kreisergebnisse eignen sich als Argument gegenüber Kommunen: Wo die Quote unter dem Landesschnitt liegt, ist die Förderung von Vereinsarbeit kein Luxus, sondern Aufholbedarf.

Quelle

Laut Die Ehrensache

„Mehr als jeder Zweite in Nordrhein-Westfalen engagiert sich ehrenamtlich: 53 Prozent, so der EhrenamtAtlas NRW 2026, für den forsa 10.683 Menschen in allen 53 Kreisen befragt hat. Vorn liegen der Kreis Olpe mit 68 Prozent und Höxter mit 67 Prozent; in kleinen Gemeinden ist die Quote deutlich höher als in den Großstädten. Größte Sorge der Engagierten: zu wenige Mitstreiter, zu wenig Geld, zu viel Bürokratie.“

Diese Meldung mit Quellenlink zitieren.